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Sodiq kehrte aus Deutschland nach Nigeria zurück, um mit Unterstützung von ARRIVES in Osogbo ein Geschäft für Sanitärbedarf zu gründen.

Der lange Weg nach Hause: Wie Sodiq nach seiner Rückkehr nach Nigeria einen Neuanfang fand

Mittwoch, 05. Februar 2025

Nach einer beschwerlichen Reise nach Deutschland und Jahren der Unsicherheit im Ausland kehrte Sodiq nach Nigeria zurück, um neu zu beginnen. Mit Coaching und Unterstützung von ARRIVES gründete er ein Sanitärbedarfsgeschäft in Osogbo und kann nun für seine Familie sorgen.

Es gibt das Yoruba-Sprichwort: „Ìgbà àti ibi tí mo ń wá, ti wà fún mi láti ìbẹ̀rẹ̀“ - was bedeutet: „Das Leben und der Ort, den ich gesucht habe, waren von Anfang an für mich da.“ Ade hatte zunächst geglaubt, dass in Europa ein besseres Leben auf ihn wartet. Er begab sich auf eine Reise, um diesen Traum zu verwirklichen, aber die Umstände brachten ihn zurück nach Nigeria, wo er einen Neuanfang fand.

Ein Gefühl der Niederlage

Sodiq Sowunmi Ade wuchs mit seiner Mutter und seiner Tante in einem Ein-Zimmer-Haus im Stadtteil Agege in Lagos auf. Dort lernte er schnell, dass man zum Überleben kämpfen muss. „Nicht jeder wird mit einem silbernen Löffel geboren, und schon gar nicht jemand wie ich“, sagt er, denn als er sah, wie privilegierte Freunde mit weniger Entbehrungen zu kämpfen hatten, stellte er oft seinen eigenen Lebensweg in Frage.

Trotz vieler Herausforderungen schloss Ade die Sekundarschule ab. Doch die finanzielle Belastung seiner Familie wurde zu groß, so dass er seine formale Ausbildung abbrach. Auch seine beiden Schwestern brachen die Schule ab, wobei eine früh heiratete. So war Ade gezwungen, eine Lehre als Aluminiuminstallateur und Bauarbeiter zu absolvieren und seine Familie mit dem täglichen Gehalt über Wasser zu halten.

Eine lebensverändernde Entscheidung

Auch wenn Sodiq seine Familie unterstützte, blieb ihre finanzielle Situation instabil. „In jenen Jahren war es so schwierig, in Nigeria erfolgreich zu sein“, erinnert er sich. Während seine Freunde nach Möglichkeiten im Ausland suchten, sehnte er sich nach seiner eigenen Chance. Diese Chance ergab sich dann durch einen Anruf eines entfernten Cousins in Libyen und ein Gespräch mit einem Freund, der ihn nach Europa führte. Somit verließ er also Lagos mit nur einem Rucksack, etwas Essen, einem Wasserbehälter - und der Hoffnung.

Die gefahrvolle Reise

Migration kann mit harten Realitäten einhergehen, und manchmal ist sie ein gefährliches Spiel. Sodiq ging das Risiko ein und schloss sich anderen Reisenden an. Er durchlebte nun eine zermürbende 10-wöchige Reise durch die Sahara. Er reiste mit dem Motorrad und einem Lastwagen von Kano durch Niger nach Libyen. „Es gab Tage ohne Essen. Und wir hatten keinen Kompass. Keine Karte“, erinnert sich Sodiq. „Einmal, als wir in einem Transitlager in Agadez warteten, wurden wir von Menschenhändlern gefangen genommen, aber wir konnten entkommen. Später besorgte mein Cousin einen Hilux-Truck, der uns weiter in die Wüste brachte.“

Doch der schrecklichste Moment seiner Reise war das Mittelmeer. „Wir wurden auf ein überfülltes Holzboot mit über 200 Menschen gepackt. Ich hatte Angst, dass ich meine Familie nie wiedersehen würde“, sagt er und weist darauf hin, dass einige Menschen, die sich keinen Platz auf dem Boot leisten konnten, sich an aufblasbare Gegenstände klammern mussten, um überzusetzen. Eines Nachts erlitt das Boot, auf dem Sodiq saß, einen Motorschaden. Sie wurden abgetrieben. Um nun ein Kentern zu verhindern, bauten sie den Motor ganz aus und überließen sich der Gnade der Wellen. Sodiq musste hilflos mit ansehen, wie Menschenleben verloren gingen. Schließlich wurden sie gerettet und nach Italien in Sicherheit gebracht.

Ein Neubeginn in Europa - und seine Herausforderungen

Sodiq, der aus dem Baugewerbe stammt, fand in Italien Arbeit als Bauunternehmer und Gabelstaplerfahrer. Auf der Suche nach Stabilität zogen er und seine damalige Verlobte - die er in Libyen kennengelernt hatte - nach Deutschland, um eine Familie zu gründen. Doch ihr neues Leben war unhaltbar. Rechtliche Beschränkungen, insbesondere in Bezug auf Papiere und Aufenthaltsgenehmigung, machten es Sodiq fast unmöglich, eine feste Arbeit zu finden. Der Druck, der durch das Leben im Asylverfahren entstand, belastete sie zusätzlich und brachte ihre Beziehung an den Rand der Erschöpfung. Als sie sich trennten, war er am Boden zerstört. „Ich fühlte mich verloren“, gibt er zu. „Nichts funktionierte mehr, und ich war dabei, meine neue Familie zu verlieren."

Nachdem er alle Möglichkeiten zur Erlangung des Flüchtlingsstatus ausgeschöpft hatte, war Sodiq klar, dass er bald seine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland verlieren würde. Eine Rückkehr nach Nigeria wurde zu einer realen Möglichkeit und fragte sich, ob er die Träume, die ihn ins Ausland geführt hatten, noch verwirklichen konnte.

Mit ARRIVES Hoffnung finden und eine neue Zukunft in Nigeria aufbauen

In einer Einwanderungsbehörde in Ingolstadt, Deutschland, traf Sodiq auf Sozialarbeiter, die ihm das ARRIVES-Projekt vorstellten. Zusammen mit einer ihm zugewiesenen Coachin erkundete er, welche Art von Unterstützung er in Anspruch nehmen könnte. Schließlich meldete er sich für das Programm an.

Schließlich kam Sodiq im Juni 2024 am Murtala Muhammed International Airport in Lagos an, wo er von einem ARRIVES Mitarbeiter begrüßt wurde, und erhielt etwas Bargeld, um seine unmittelbaren Bedürfnisse zu decken. Im Rahmen des Projekts erhielt er einen dreimonatigen Ausbildungsplatz und später ein persönliches Business-Coaching sowie Sachleistungen, um sein eigenes Sanitärgeschäft in Osogbo zu gründen.„Jetzt weiß ich, dass Erfolg nirgendwo garantiert ist, und manchmal die Heimat die beste Chance bietet.“, sagt Sodiq. Endlich hat er sich in Nigeria etwas aufgebaut - ein Geschäft, in dem er Marmor, Toiletten, Rohre und anderes Baumaterial verkauft. „Wenn man in Nigeria ein Geschäft aufbauen kann, das überlebt, ist das ein großer Erfolg“, sagt Sodiq. „Jetzt glaube ich, dass ich für die Bedürfnisse meiner Familie sorgen kann.“


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Wenn du oder jemand, den du kennst, eine freiwillige Rückkehr aus Deutschland nach Nigeria in Betracht zieht, kontaktiere ARRIVES noch heute, um mehr darüber zu erfahren, wie wir helfen können.

Du kannst unsere Rückkehrunterstützungsseite besuchen, um Schritt für Schritt zu sehen, wie wir dich unterstützen. Auf unserer FAQ-Seite findest du außerdem Antworten auf häufige Fragen zu ARRIVES.

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