Freitag, 11. April 2025
Als seine Zeit in Deutschland nicht wie geplant verlief, entschied sich Pa Ayilara, mit Unterstützung von ARRIVES nach Nigeria zurückzukehren. Nun wieder vereint mit seiner Familie, baut er das Landwirtschaftsunternehmen auf, das er sich immer erträumt hatte.
In einer Notunterkunft in Deutschland träumte der 66-jährige Asimiyu Ayilara oft von seiner Maniok-Farm in Nigeria - von der Freude, die Stängel vor der Regenzeit zu pflegen. Er hatte Nigeria in der Absicht verlassen, mehr Geld zu verdienen, um seine kleine Farm in der Stadt Ibadan auszubauen. Doch stattdessen strandete er - ohne gültige deutsche Arbeitspapiere und mit wenigen Arbeitsmöglichkeiten für jemanden seines Alters. Bis er auf ARRIVES stieß.
Wenn es etwas gibt, das Pa Asimiyu Ayilara in seinem Alter nicht aufgeben will, dann ist es, ein großer Lieferant landwirtschaftlicher Erzeugnissen zu werden. Diesen Traum hegt er seit seiner Jugend, in der Hoffnung, mit hohen Investitionen seine Erträge zu steigern. In den 90er Jahren gab ihm die Landwirtschaft alles - eine Familie, die Möglichkeit, seine Kinder großzuziehen, und einen angesehenen Platz in seiner Gemeinschaft. Doch egal, wie viel er anbaute, die Nachfrage überstieg jahrzehntelang das Angebot.
Erinnert er sich "It was a water don pass garri situation," - was so viel bedeutet wie, dass die Situation außer Kontrolle geraten ist. (Garri = getrocknetes Maniokpulver, das mit Wasser zu einem Brei gemischt wird – zu viel Wasser ruiniert es)
Die Landwirte waren einem immensen Druck ausgesetzt, mit dem unstillbaren Hunger des Marktes Schritt zu halten. Das nagte an seinem Stolz - wie konnte ein erfahrener Landwirt wie ich zu kurz kommen? Dies war letztlich der Auslöser für seine Entscheidung, auszuwandern. „Wenn wir nicht genug produzieren können“, beklagte er, “können wir die Menschen nicht ernähren. Wir können keinen Gewinn erwirtschaften."
Wenn es etwas gibt, das Pa Asimiyu Ayilara in seinem Alter nicht aufgeben will, dann ist es, ein großer Erzeuger von Agrarprodukten zu werden. Diesen Traum hegt er seit seiner Jugend, in der Hoffnung, mit hohen Investitionen seine Erträge zu steigern zu können.
In den 90er Jahren gab ihm die landwirtschaftliche Tätigkeit alles - eine Familie, die Möglichkeit, seine Kinder großzuziehen, und einen geschätzten Platz in seiner Kommune. Doch egal, wie viel er anbaute, die Nachfrage überstieg jahrzehntelang das Angebot.
Ayilara erinnert sich: „It was a water don pass garri situation“, was sprichwörtlich bedeutet, dass die Situation ist außer Kontrolle geraten ist (Garri = getrocknetes Maniokpulver, das mit Wasser zu einem Brei gemischt wird – zu viel Wasser ruiniert es). Denn die Landwirte standen unter enormem Druck, mit dem unstillbaren Hunger des Marktes Schritt zu halten. Die Last der Situation nagte an seinem Stolz - wie konnte ein erfahrener Landwirt wie ich versagen? Dies war letztlich der Auslöser für seine Entscheidung, auszuwandern. „Wenn wir nicht genug produzieren können“, beklagte er, „können wir die Menschen auch nicht ernähren. Wir können keinen Gewinn erwirtschaften."
Pa Ayilara erzählte niemandem von seinen Plänen - nicht seinen Kindern, nicht seinen Freunden. Nur seine Frau wusste davon, und selbst sie erfuhr es erst, als er schon halb zur Tür hinaus war. „Ich erzählte es also meiner Frau, und sie war nicht glücklich darüber“, gibt er zu. Als seine Kinder schließlich von seiner Abreise erfuhren, protestierten sie und sorgten sich um sein Wohlergehen. Aber Pa Ayilara hatte nicht um Erlaubnis gebeten. Keiner konnte ihn umstimmen. Er wischte ihre Bedenken beiseite und erinnerte sie daran, dass er das Familienoberhaupt sei, schon früher gereist sei und genau wisse, was er tue.
In dem Moment, in dem sein Flugzeug in Deutschland landete, schlug die Realität zu - keine Arbeitserlaubnis, keine freundliche Hand, die ihn führte. „Ich dachte, ich wüsste über dieses Land Bescheid“, gibt Pa Ayilara zu. „Dann wurde mir klar, dass ich nicht so gut vorbereitet war, wie ich angenommen hatte.“
Um seinen Aufenthalt zu legalisieren, beantragte er Asyl, denn er sah dies als seine beste Chance an. Die nigerianische Wirtschaft war jahrelang einem ständigen Auf und Ab unterworfen - immer schwankend, nie stabil - und erstickte seine landwirtschaftlichen Bestrebungen im Keim. Deutschland hatte den Euro - stark und stabil.
Doch die Enttäuschung kam schnell. Das Migrationsamt stellte klar: Asyl erhalten nur diejenigen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen. Nun musste Pa Ayilara erklären, warum sich die Führung eines Unternehmens in Nigeria wie ein Schlachtfeld anfühlte.
„Sie hätten mich bleiben lassen können“, sagt er und zerrt an den unsichtbaren Grenzen zwischen Verzweiflung und Legitimität. „Hätten sie nur den Preis für Garri gesehen. Vielleicht würden sie es verstehen.“
Doch selbst wenn sie ihm erlaubt hätten zu bleiben, wartete eine weitere Herausforderung auf Pa Ayilara. Er war über sechzig, und in diesem Alter in Deutschland eine Anstellung zu finden, ist nahezu unmöglich, erklärt er. So wurde seine "japa journey" - ein Versuch, in ein besseres Leben zu fliehen - zu einer unerwarteten Rentnertour.
Nachdem sein Asylantrag abgelehnt worden war, folgten Monate der Ungewissheit. Pa Ayilara fand sich in einer Unterkunft wieder, wo er aufgrund der Sprachbarriere isoliert war. „Das Essen, die Kälte - all das machte mich traurig“, sagt er. Dennoch war er dankbar für die Freundlichkeit der Sozialarbeitenden in der Unterkunft. Er freundete sich mit einem ghanaischen Mann seines Alters an, der sein Bedauern teilte. Sie sprachen über ihre Familien, ihre Hoffnungen und die Schwierigkeiten der Migration. Sie verstanden sich auch angesichts ihrer gemeinsamen Verwirrung über den deutschen Papierkram.
Diese Unterhaltungen und die Anrufe seiner Kinder spendeten etwas Trost. Aber die Schuldgefühle blieben bestehen. „Das Problem bei einem Wegzug ins Ausland ist, dass man die Herausforderungen nicht vollständig versteht, bis man dort ist“, überlegt er. „Ich wünschte, ich hätte vor meiner Abreise mehr Fragen gestellt.“
Am meisten bedauerte er nicht nur die verlorene Zeit, sondern auch das Leben, das er hinter sich gelassen hatte. Sechs Monate in der Notunterkunft fühlten sich an wie das Warten auf ein Wunder, welches nie eintrat. Wäre er auf seiner Plantage geblieben, würde er jetzt Maniok ernten. Schlimmer noch, ein Teil des Geldes für seine Reise stammte aus dem Verkauf von landwirtschaftlichen Maschinen, die er zur Verarbeitung von Garri verwendete. „Ich habe kein gutes Gewissen wegen des Geldes, das ich ausgegeben habe“, gibt er zu. „Wenn ich es in meine Farm investiert hätte, würde ich jetzt die Früchte meiner Arbeit mit meinen Leuten genießen.“
Pa Ayilara vermisste seine Heimat und beschloss, nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland wieder auszureisen. Die Sozialarbeitenden in der Unterkunft vermittelten ihm den Kontakt zum ARRIVES-Projekt, um sicherzustellen, dass er nicht mit leeren Händen zurückkommen würde.
Kurz nach der Ankunft in Nigeria verschaffte ihm ARRIVES Zugang zu Sachleistungen im Wert von 2000 Euro aus dem EURP Wiedereingliederungsprogramm, die er zum Kauf von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln verwendete. Mit Hilfe des Projektes gelang es ihm, seinen sechs Hektar großen Betrieb wiederzubeleben, die Bodenbedingungen zu verbessern und den Anbau von Maniok durch die Einführung von Bohnen, Schwarzaugenbohnen und Mais zu erweitern. Das gemischte Anbausystem trug dazu bei, seine Einkommensströme zu diversifizieren und sowohl sein Einkommen als auch die Bodengesundheit nachhaltiger zu gestalten. Heute beschäftigt sein Betrieb zehn Mitarbeitende. „Ich bin zurück bei meiner Familie und bei dem landwirtschaftlichen Betrieb, den ich liebe“, sagt er.
Mit Hilfe von ARRIVES sichert sich Pa Ayilara 40 Hektar staatliches Land in einem Pachtvertrag mit einer Laufzeit von 99 Jahren und realisiert damit endlich seinen Traum von einem produktiveren Betrieb. Mit staatlich subventioniertem Zugang zu landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und moderner Ausrüstung plant er, einen großen Teil des Landes zu bewirtschaften und einen Teil davon an andere Landwirte zu verpachten.
Er ist dabei, einen Kredit in Höhe von 5 Millionen Pfund bei der Bank of Industry abzuschließen und hat sein Unternehmen bei der Small and Medium Enterprises Development Agency of Nigeria angemeldet. Mit der zusätzlichen Unterstützung will er seine Garri-Produktion ausweiten und weitere Verarbeitungsmaschinen anschaffen.
Für Nigerianer:innen, die sich im Ausland abmühen, hat Pa Ayilara einen Ratschlag parat: „Bleibe nicht dort, wenn du nichts tust. Manchmal ist es der bessere Weg, nach Hause zurückzukehren. Heimat ist Heimat.“
Wenn du oder jemand, den du kennst, eine freiwillige Rückkehr aus Deutschland nach Nigeria in Betracht zieht, kontaktiere ARRIVES noch heute, um mehr darüber zu erfahren, wie wir helfen können.
Du kannst unsere Rückkehrunterstützungsseite besuchen, um Schritt für Schritt zu sehen, wie wir dich unterstützen. Auf unserer FAQ-Seite findest du außerdem Antworten auf häufige Fragen zu ARRIVES.
